Review 2013

CSR-Circle am 19. November 2013 "Energie effizient nutzen"

CSR-Circle am 19. November 2013 "Energie effizient nutzen"

Sie sitzen in der Badewanne. Weil der Abfluss offen ist, müssen Sie ständig so viel Wasser einlassen, wie unten ausläuft. Sie könnten auch den Abfluss mit einem Stöpsel schließen. Tun Sie aber nicht. Verrückt, oder? Bei der Badewanne schon, beim Energieverbrauch ist das normal.

Wo liegen die größten Energiesparpotentiale in Unternehmen? Welche Prioritäten setze ich bei einem Effizienz-Projekt? Wie steht es um die Relation von Kosten und Nutzen? Was bringt die neue Energieeffizienz-Richtlinie der EU? Und womit verdienen die Energieversorger in Zukunft ihr Geld?

Spannende Diskussionen bei der Suche nach dem passenden Stöpsel unter der Moderation von Mag.a Cornelia Dank, BONUS Vorsorgekasse AG und Christian Brandstätter (Lebensart/Businessart). Es diskutierten:

  • DI Dr. Susanna Zapreva, Geschäftsführerin Wien Energie GmbH
  • Dr. Christian Plas, Geschäftsführer Denkstatt GmbH
  • DI (FH) Rene Stadler, Category Head Energy Mondi AG
  • DI Peter Traupmann, Geschäftsführer Österreichische Energieagentur

Fotos: Martina Draper

CSR-Circle am 18. September 2013 "Good News: Die neue Welt der Nachhaltigkeitsberichte"

CSR-Circle am 18. September 2013 "Good News: Die neue Welt der Nachhaltigkeitsberichte"

Mehr Relevanz und Anwendungsfreundlichkeit soll die weiterentwickelte Richtlinie der Global Reporting Initiative G4 bringen.
Darüber diskutierten am 18. September im DSCHUNGEL Wien Univ. Doz. Mag. Dr. Christine Jasch, Jury Vositzende des ASRA, Mag. Bettina Steinbrugger, Projektleiterin der Arbeitsgruppe NH Berichte von respACT, Ursula Pritz, MSc, Leiterin gugler brand und Monika Piber-Maslo, Nachhaltigkeitsteam Austria Glas Recycling, moderiert von Mag. Cornelia Dankl, BONUS Vorsorgekasse und Reinhard Herok, gugler.

Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Diskussion:

Wozu braucht es einen Nachhaltigkeitsbericht?

Monika Piber-Maslo: Wir haben vor einigen Jahren mit einem EMAS-Umweltbericht begonnen obwohl uns damals noch nicht klar war, wie sinnvoll ein Umweltbericht für Austria Glas Recycling ist. Heute ist unser Nachhaltigkeitsbericht das essentiellste Instrument, um unsere Stakeholder zu informieren und zu motivieren. Er ist aktuell und geprüft und damit ein höchst glaubwürdiges Informationsinstrument. Der Bericht soll natürlich auch gelesen werden – eine gute Gestaltung ist uns daher sehr wichtig. Durch unsere langjährige – auch durch Auszeichnungen gewürdigte - Berichterstattung haben wir an Glaubwürdigkeit und Kompetenz gewonnen. Unser Wort hat Gewicht.
Bettina Steinbrugger: Wenn es ein Unternehmen mit der Nachhaltigkeit ernst meint, braucht es einen Nachhaltigkeitsbericht, um das zu dokumentieren und auch, um die eigene Performance zu evaluieren. Durch die intensive Beschäftigung stüßt man immer wieder auf Neues. Der Nachhaltigkeitsbericht dient dem Employer-Branding: Manche Unternehmen berichten, dass High Potentials häufiger den Nachhaltigkeitsbericht als den Geschäftsbericht lesen. Viele KMU in Österreich beliefern große Kunden, die zunehmend Nachhaltigkeitsberichte einfordern. Klein- und Mittelbetriebe, die über einen Nachhaltigkeitsbericht verfügen, haben da ganz klar einen Wettbewerbsvorteil.
Ursula Pritz: Für die Unternehmenskommunikation ist der Nachhaltigkeitsbericht eines der wichtigsten Instrumente zur internen wie auch externen Stakeholderkommunikation. Eine Chance, die Unternehmen auch aktiv nutzen sollten. Er ist aber auch Innovationsinstrument, um das Kerngeschäft zu überprüfen und ein großartiges Tool, Stakeholder frühzeitig in die Produktentwicklung einzubeziehen. Mit der Intention, die unterschiedlichen Anspruchsgruppen gleichermaßen zu erreichen, ist der Bericht einerseits glaubwürdige Imagebroschüre als auch Visitenkarte, um Markenwerte authentisch auf den Punkt zu bringen.
Christine Jasch: Unternehmen stehen zunehmend unter öffentlichem Druck, aber auch unter dem Druck von Ethik Fonds, zu erklären, was sie zur gesellschaftlichen Wertschöpfung beitragen. Ein Nachhaltigkeitsbericht ist eine saubere Antwort darauf. Die EU hat einen Entwurf zur Konkretisierung der Anforderungen der 4. EU-RL, in Österreich umgesetzt über § 243 Rechnungslegungsgesetz vorgelegt, der Unternehmen ab 500 Mitarbeiter ab 2017 verpflichten soll, über wesentliche ökologische, soziale und gesellschaftliche Themen im Lagebericht zu berichten. Dabei wird auf bekannte Standards wie GRI und IIRC referenziert. Wenn diese angewendet werden, ist die Sorgfaltspflicht erfüllt.
 

Was steckt hinter der GRI 4?

Die GRI (Global Reporting Initiative) ist aus den Verhandlungen zur ISO 14.001, der Norm zu Umweltmanagementsystemen entstanden. Die GRI G4 ist die vierte Version dieser Richtlinien. Sie steht außerhalb der ISO-Welt und ist öffentlich zugänglich:
https://www.globalreporting.org/languages/german/Pages/default.aspx

Mit der vierten Version der Richtlinien ist die Berichterstattung einfacher geworden. Der wichtigste Punkt dabei ist das Wesentlichkeitsprinzip: Es soll über die wesentlichen Aspekte, anhand definierter Kennzahlen, berichtet werden. Darüber hinaus hat sich die Betrachtungsebene verändert: Es soll die gesamte Wertschöpfungskette in der Wesentlichkeitsanalyse beurteilt werden, und wenn ein Aspekt wesentlich ist, soll die Berichterstattung auch über den Konsolidierungsrahmen in die Wertschöpfungskette hinausgehen.
Es gibt mittlerweile nur mehr zwei Berichtsebenen: Die Variante „core“ ist für eigentümergeführte Unternehmen sehr gut geeignet. Sie können die für ihr Geschäft wesentlichen Kennzahlen auswählen und müssen nicht über alle berichten. Die Variante „comprehensive“ ist für große Unternehmen gedacht. Sie müssen alle Kennzahlen zu einem wesentlichen Aspekt anführen, außer sie erläutern, warum eine bestimmte Kennzahl z.B. nicht relevant ist, oder aus Geheimhaltungsgründen nicht veröffentlicht wird, oder aufgrund von Dateninkonsistenzen erst aufgebaut wird. Aktuell diskutiertes Beispiel dazu ist die Kennzahl zur Offenlegung der Gehälter. Dazu Jasch: „Das kann man in Österreich noch nicht fordern. Das killt das Kind im Bade und schüttet es damit aus.“

Die aktuell von einigen Unternehmen begonnene Kombination von Nachhaltigkeitsbericht nach GRI G4, Geschäftsbericht und Integriertem Bericht nach IIRC aus Investor Perspektive stellt eine große Herausforderung dar, da bei der Wesentlichkeitsanalyse die Nachhaltigkeitsperspektive und die Investorperspektive zu unterschiedlichen Wertungen kommen und Nachhaltigkeitsthemen dabei untergehen können.
 

Die Herausforderungen bei der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes

Viele Vorstände und Geschäftsführer wollen zwar einen schönen Bericht haben, heikle Themen möglichst aber nicht ansprechen. Gerade das ist aber wesentlich für die Glaubwürdigkeit. Steinbrugger „Wir fühlen uns manchmal wie in einer Selbsthilfegruppe. Die CSR-Verantwortlichen stecken ihr ganzes Herzblut in die Erstellung des Berichtes und der Vorstand streicht dann oftmals kritische Aspekte raus.“ Aber auch die Ideen wie CSR-Verantwortliche erfolgreich sein können, kamen nicht zu kurz: Man muss sich Mitstreiter suchen, die richtigen Fragen stellen „Haben Sie Kinder? Wie soll ihre Zukunft aussehen?“, wichtige Kunden oder Mitstreiter aus der Branche suchen und entsprechend einbinden.

Diskurs und Transparenz weisen in Österreich noch großes Potential nach oben auf. Daher stellen Stakeholderdialoge oder die Offenlegung mancher Kennzahlen teilweise noch zu große Hürden dar.
 

Inwieweit repräsentieren die Berichte die Realität in Unternehmen?

Bettina Steinbrugger: Die Berichte repräsentieren die Bemühungen eines Unternehmens. Auch wenn am Ende des Tages nicht alle Nachhaltigkeitsaktivitäten Eingang in den Bericht finden, spiegeln die meisten Berichte doch klar den Prozess wider, der hinter dem Ganzen steht.
Ursula Pritz: Der Bericht spiegelt wider, wo das Unternehmen steht. GRI bewertet dabei aktuell nicht wie nachhaltig ein Unternehmen tatsächlich agiert, sondern die Qualität des Berichts und somit die Transparenz.
Christiane Jasch: Die Zukunft liegt sicher im integrated thinking. Früher war es so, dass man glaubte, es handelt sich um zwei verschiedene Unternehmen, wenn man den Nachhaltigkeitsbericht und den Geschäftsbericht gelesen hat. Das hat sich schon geändert.
Monika Piber Maslo: Früher oder später wird man erkennen, ob sich ein Unternehmen gut entwickelt. Mangelt es an den entsprechenden Prozessen im Unternehmen, wird der Bericht offensichtliche Schwachstellen haben. Andererseits kann der Bericht ein Schuhlöffel sein, um Themen anzuleiern. Und ich bin optimistisch: Es werden immer mehr Berichte gelegt werden, und damit wird automatisch die Qualität des Berichts und der Prozesse steigen.

Fotos: Martina Draper

CSR-Circle am 15. Mai 2013 "Risikomanagement oder: Keine Chancen ohne Risiken und keine Risiken ohne Chancen"

CSR-Circle am 15. Mai 2013 "Risikomanagement oder: Keine Chancen ohne Risiken und keine Risiken ohne Chancen"

Ist es das größte Risiko, nie das Kleinste einzugehen? Oder ist Vorsicht immer noch besser als Nachsicht?

Wenn es etwas zu verlieren gibt, scheiden sich die Geister. Vor allem in großen Unternehmen kommt es oft zu Fehleinschätzungen und ein angemessenes Risikomanagement gibt es auch nicht. Aber wie würde so etwas überhaupt aussehen?

Zu diesem Thema diskutierten Roswitha Reisinger (LEBENSART/BUSINESSART) und Cornelia Dankl (BONUS Vorsorgekasse) am 15. Mai 2013 mit den Podiumsgästen im DSCHUNGEL Wien. Gemeinsam erarbeiteten sie, welche relevanten Risiken die Zukunft bringen wird, welche Chancen sich hinter diesen verstecken und wie ihre Unternehmen mit der Aussicht auf Risiken umgehen.

Es diskutierten:

  • Mag.ª Brigitte Frey, Partner für Assurance, Climate Change and Sustainability Service, Ernst & Young
  • Dr. Friedrich Hinterberger, Geschäftsführer Sustainable Europe Research Institute (SERI)
  • Mag. Bernhard Wurzinger, Prokurist der BONUS Vorsorgekasse, Unternehmensweites Risikomanagement

Fotos: Martina Draper

CSR-Circle am 13. März 2013: "Nachhaltig Reisen"

CSR-Circle am 13. März 2013: "Nachhaltig Reisen"

„I foa mi'm Radl noch Rio ... (Dr. Kurt Ostbahn)“

Nachhaltig fern reisen? Das ist ganz einfach. Zu Fuß den Jacobsweg oder mit obiger Methode á la Dr. Kurt Ostbahn. Aber die besten Abenteuer sind ohnehin im Kopf, wie André Heller weiß. Also ab unter die Decke und den ganz persönlichen Traumurlaub starten. Dabei aber bitte unbedingt flach atmen – Sie wissen schon! – das verringert den CO2-Ausstoss.

Muss man sich kasteien, wenn man nachhaltig und umweltfreundlich sein will, oder passt der Genuss auch in ein nachhaltiges Reisekonzept?  Das war die Frage, die am 13. März unter der Moderation von Roswitha Reisinger, BUSINESSART und Sandra Majewski, no.sugar, diskutiert wurde.

Das Leben wird so schön, wenn ich meine Träume lebe
Als Einstieg erzählte Gregor Sieböck, der Weltenwanderer, von seiner dreijährigen Wanderung, die von Bad Ischl bis Patagonien, über den 3.000 km langen Inka-Trail durch Peru und Ecuador, Kalifornien, Neuseeland und schließlich bis Tokio führte - mit minimaler Ausstattung – einem Rucksack. „Der Rucksack war mein wichtigster Lehrmeister“ meinte er. „Überlegen Sie, was Sie wirklich brauchen, wenn Sie drei Jahre auf Wanderschaft gehen.“ Und weiter: „In unserer Gesellschaft definieren wir uns über den Besitz. Beim Wandern ist es genau umgekehrt: Je mehr ich mithabe, desto langsamer komme ich voran.“

Die Fakten
Die Tourismusindustrie  ist weltweit eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige. Bis 2030 soll das Wachstum laut UNO Welttourismus Organisation (UNWTO) durchschnittlich 3,3% betragen. Tourismus generiert 9% der globalen Wirtschaftsleistung und ermöglicht dadurch Verdienstmöglichkeiten für viele Menschen und Perspektiven vor allem auch für wirtschaftlich schwache Randgebiete. Gleichzeitig ist der Tourismus für 5% der globalen Treibhausgase verantwortlich. Auf den Transport entfallen davon 70%, auf Unterkunft und Verpflegung 20%. Negativ ins Gewicht fallen auch die negativen Auswirkungen auf die Landschaft durch Hotelkomplexe und die oft prekären Anstellungsbedingungen. 
 

Nachhaltigkeit ist Regionalität
Andreas Purt, Mostviertel Tourismus: „Das Mostviertel ist eine typische Ausflugs- und Kurzurlaubsdestination, 70% unserer Gäste kommen aus Österreich. Unser Schwerpunkt liegt daher auf dem Schutz unserer Umwelt und dem Pflegen und Weiterentwickeln unserer regionalen Besonderheiten und Spezialitäten. Das ist auch der Grund, warum vier Mostviertler Reiseangebote bereits mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind.“

Nachhaltigkeit ist auch soziale Verantwortung
Andreas Zotz, Nachhaltige Tourismusentwicklung NFI/Naturfreunde International: „Die Naturfreunde wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Österreich gegründet, mit dem Ziel Arbeiterfamilien Freizeit und Erholung in der Natur zu ermöglichen. Das ist auch heute noch unser Ziel, das wir vor allem durch Bildungsarbeit erreichen.
International gesehen gibt es mittlerweile viele positive touristische Initiativen, vor allem in Südamerika und Afrika, die mit den Gemeinschaften vor Ort partizipativ geplant sind, gutes Einkommen ermöglichen und auch mit dem Naturschutz in Einklang stehen. Oft verhindern sie die Zerstörung von Natur, wie das  Beispiel einer Ecolodge in Ecuador zeigt, wo das Gebiet nicht zur Erdölbohrung genutzt wird.

Natürlich darf man auch vor den negativen Auswirkungen der Tourismusindustrie die Augen nicht verschließen: Die Arbeitsplätze sind oft schlecht bezahlt, die Arbeitszeiten lang. Die ILO schätzt, dass von den 260 Millionen Beschäftigten 13-19 Millionen jünger als 18 Jahre sind. Eine besonders erschreckende Tatsache: Rund 2 Millionen Minderjährige werden weltweit Opfer von sexueller Ausbeutung im Tourismus.“

Nachhaltig reisen muss nicht teurer sein
Julia Balatka, Odyssee Reisen: „Viele Menschen wollen nicht in Hotels wohnen, sondern in Wohnungen, vor allem, wenn sie sich in einer anderen Stadt länger aufhalten. Gleichzeitig gibt es Menschen, die Räume frei haben und die gerne vermieten. Aus dieser Idee ist 1989 die Mitwohnzentrale entstanden und schließlich Odyssee Reisen. Reisen und „bei Freunden“ leben quasi. "Fair reisen" zieht sich als roter Faden durch unsere Arbeit. Dementsprechend haben wir uns auch zertifizieren lassen, mit dem Siegel CSR tourism.

Zu uns kommen Menschen, die nachhaltig reisen wollen und jene, die wenig Zeit haben, die das Besondere suchen und alles Organisatorische von uns erledigt haben wollen. Nachhaltig reisen muss nicht notwendigerweise teurer sein. Ein 5 Sterne-Hotel kostet mehr als die kleine Pension, unabhängig davon wie nachhaltig sie geführt wird."

Erstens vermeiden, zweitens sparen, drittens kompensieren
Klaus Reisinger, Allplan/Climatepartner: „Die internationale Staatengemeinschaft betreibt zwar viel Aufwand, sich bei diversen Konferenzen zu treffen, die Ergebnisse sind allerdings mehr als enttäuschend. Einzelne Branchen sind schon sehr weit, wie die Papierindustrie. Ein schönes Beispiel sind auch die Schulhefte: Sie sind zu 90% CO2 kompensiert produziert und kommunizieren das auch an die Schüler. Ob ein Hotel oben am Berg, oder eine Tourismusregion, die auf Massentourismus setzt, nachhaltig sein kann, bezweifle ich stark.

Hotels, die sich nachhaltig positionieren möchten, empfehle ich, sich zuerst mit der Energiefrage zu beschäftigen: Was verbrauche ich? Wie erzeuge ich? Wie reisen meine Gäste an und ab? Oft genügen hier Kleinigkeiten und ich kann große Veränderungen erzielen.“

Links:
www.globalchange.at
 Website von Weltenwanderer Gregor Sieböck

www.nfi.at
Nachhaltige Tourismusentwicklung NFI/Naturfreunde International + Initiativen
 
www.odyssee-reisen.at
Das nachhaltige Reisebüro
 
www.mostviertel.info/d/default.asp?tt=MOST4_R10
Reiseangebote im Mostviertel, mit dem Österreichischen Umweltzeichen
 
www.todo-contest.org/award-winners.html
Ausgezeichnete internationale Initiativen (die man auch besuchen kann/darf/soll)

www.climatepartner.com
Beratung und CO2-Kompensation für Unternehmen

Fotos: Martina Draper

CSR Circle am 10. Jänner 2013: "Bildung in Österreich. Für morgen oder von gestern?"

CSR Circle am 10. Jänner 2013: "Bildung in Österreich. Für morgen oder von gestern?"

Die etwas andere Bildungsdebatte am 10. Jänner bei der Podiumsdiskussion des CSR-Circle im DSCHUNGEL WIEN. Als Experten zu Gast waren Stephan Rabl / Geschäftsführer DSCHUNGEL Wien, Dr Walter Emberger / Geschäftsführer teach for austria, Mag.ª Heidi Schrodt / ehemalig Direktorin des Gymnasiums Rahlgasse; Vorsitzende von „BildungGrenzenlos und Raphaela Keller / Vorsitzende des ÖDKH - Österreichischer Dachverband der Berufsgruppe er Kindergarten- und HortpädagogInnen. Durch dieses komplexe Thema führten Mag.ª Cornelia Dankl / BONUS Vorsorgekasse AG und Roswitha M. Reisinger MBA / LEBENSART – BUSINESSART.

Einmal mehr folgten eine große Zahl von EntscheidungsträgerInnen und Interessierten aus Wirtschaft, CSR und der österreichischen Nachhaltigkeitsszene der Einladung des CSR-Circles und füllten diesmal gemeinsam mit PädagogInnen aus verschiedenen Bereichen den großen Saal im Dschungel Wien.

Ressourcenengpässe, Klimawandel, steigender Konsum: Themen, die weltweit eine wachsende Rolle spielen. Europa hat Handlungsbedarf, wenn es seinen Wohlstand und sozialen Frieden erhalten will. Dem Bildungssystem kommt hierbei in der Entwicklung neuer Zugänge und Kompetenzen eine Schlüsselrolle zu. Wie werden junge Menschen auf die neuen Herausforderungen vorbereitet? Liegt unser Bildungssystem tatsächlich so im Argen, wie das von PISA & Co regelmäßig vermittelt wird, oder gibt es Hoffnungsschimmer? Was müssen Eltern, Kindergarten, Schule, Universität, Kultur, Medien und Politik zu einem zukunftsfähigen Bildungssystem beitragen?

Passend zum kreativen Flair des Museumsquartiers eröffnete Stephan Rabl, Geschäftsführer des Dschungel Wien die Diskussion:
„Vielleicht ist nicht jeder ein Künstler, aber ich denke, jeder wird als Künstler geboren.“

Was Kunst mit dem Thema Bildung zu tun hat, führte er anschließend weiter aus: „Ich denke, was in vielen Schulen fehlt, ist Kreativität. Wir können heute nicht sagen, was die richtige Bildung für die Zukunft ist. Durch Kunst können wir unseren Kindern jedoch lehren, eine eigene Bildung zu finden. Kunst versucht Grenzen zu sprengen. Jeder muss seine Werte selbst entdecken und die Kunst bietet dazu eine gute Möglichkeit.“, so Rabl.

Mag.ª Heidi Schrodt kann dies nur bestätigen. Die ehemalige Direktorin des Gymnasium Rahlgasse wirkt neben anderen Tätigkeiten im Bildungsbereich auch als Expertin für die neuen Deutsch-Schulbücher der Unterstufe in einem Expertenteam mit und verfügt deshalb über besondere Einblicke in die derzeitige Bildungslage. „Momentan sehe ich eine große Gefahr darin, dass durch die Messbarkeit, die mit den Bildungsstandards in die Schulen einzieht, alle Lerninhalte bloß auf die Überprüfungen in der 8. Schulstufe abzielen. Dabei kommt jedoch die Kreativität zu kurz.“ Kreativität als Schlüssel zur Bildung? Die Realität sieht anders aus: In Österreich gibt es laut PISA Studie immer mehr Kinder, die weder sinnerfassend lesen, noch schreiben können.

Dr. Walter Emberger bietet hier mit „teach for austria“ einen möglichen Ausweg aus dem trockenen Schulalltag. Die Bildungsinitiative gibt Zugang zu „exzellenter Ausbildung für alle“, indem gut ausgebildete Hochschulabsolventen für zwei Jahre in Mittelschulen als „inspirierende Lehrkräfte“, oder „Fellows“ wirken. Viele Kinder schöpfen daraus wieder neue Motivation. "teach for austria sehe ich als Win-Win-Situation für alle.“ Für SchülerInnen, die dadurch
mit neuen Lerntechniken konfrontiert werden, ebenso wie für die „Fellows“, die sich nach dem Studium im Arbeitsleben behaupten können. Dabei werden sie jedoch nicht einfach in die Klassenzimmer gestellt, erklärt Dr. Walter Emberger: „Unsere Fellows werden intensiv von uns betreut, das ist eines unserer Erfolgsrezepte.“. „teach for austria“ ist eine Initiative, die Bildung auch abseits der zu erlernenden Grundkompetenzen ermöglicht. Hier wird sichtbar, dass Lernen ein vielschichtiger Prozess ist, dessen Methoden und Möglichkeiten früh im Leben eines Kindes erkannt und gefördert werden sollten.

Das beteuert auch Raphaela Keller, Vorsitzende des ÖDKH: „Bildung fängt schon im Kindergarten an, obwohl das in Diskussionen leider oft vergessen
wird. Bildung beinhaltet alle Kompetenzen, die ein Kind erlernen soll, um sein Leben gut zu meistern.“

Eines ist am Ende klar: Ein Bildungssystem, das funktionieren und nicht frustrieren soll, muss eine Basis schaffen, die es den Kindern ermöglicht, sich kreativ und vielschichtig mit den Lerninhalten auseinander zu setzen. Politik und Bildungssystem müssen den PädagogInnen und SchülerInnen die Chance geben, auch jenseits der Überprüfbarkeit von PISA und Co eigene Ideen und Projekte umzusetzen, um sich so auch ganz persönlich zu bilden. In einer Gesellschaft, die gleichermaßen von Individualismus und Gleichschaltung geprägt ist, braucht es Menschen, die auch durch das Bildungssystem selbstbewusst und
stark geworden sind und die Zukunft nachhaltig mitgestalten können.

alle Bilder(C): Martina Draper

Heidi Schrodt
Stephan Rabl
Raphaela Keller
Walter Emberger
das CSR-Team mit Podiumsgästen. Sandra Majewski, Cornelia Dankl, Heidi Schrodt, Stephan Rabl, Raphaela Keller, Walter Emberger, Roswitha Resinger, Rainer Herok. (v.l.n.r.)
Fördernde Mitglieder
Bonus Concisa
Roidinger Majewski
Lebensart
Gruppe Hollenstein
Denkstatt
Labstelle